Freitag, 27. September 2013

Der Massaweg. Von Blatten hoch hinauf zur Riederfurka

Eine Erinnerung an den Sommer.
Eigentlich ist er noch nicht weit, doch in der Erinnerung ist er ein kurzesr heller Blitz zwischen dem ewigen Grau dieses Jahres. Ein bisschen Hoffnung bleibt, vielleicht ist der Herbst auch noch einmal gütig mit uns auch wenn er gerade eine Pause einlegt. Hoffen wir es doch.

Mit einer Freundin wollte ich dieses Jahr eine zweitägige Wanderung machen. Am ersten Tag entschieden wir uns für den Massaweg. Eine ganz wunderbare und gemütliche Wanderung von Betten nach Ried-Mörel, mit zusätzlichen 700 Höhenmeter zu Fuss hinauf auf die Riederfurka.
Der Massaweg ist ein Info-Pfad über die Suonen die seit mehr als 700 Jahren das Wallis bewässern. Heute sind es in den Fels geschlagene Röhren früher waren Suonen offene Gräben und Wasserrinnen, die die Bewohner an den Bergen 'befestigten' oder hineinschlugen um  in den heissen Sommern das untere Land zu bewässern. Eine schwere Arbeit für mutige Männer, die vielen den Tod brachte. Oft sind die Berge überhängend und ich fragte mich, wie die Leute die Rinnen ohne moderne Hilfsmittel an diesen steilabfallenden Hängen befestigen konnten.




Die erste Aussicht nachdem wir durch einen wunderbaren Märchenwald ob Blatten gewandert waren.

 

Hier der erste typische Pfad, der in neuster Zeit in den Berg gesprengt wurde wo früher die Suonen verliefen.



Das hier ist nun  der Rest einer sochen Suone, ich mag mir gar nicht vorstellen wie die Leute anno dazumals diese Leitungen befestigt und die empfindlichen Holzrinnen nach jedem Winter gewartet haben.


 Links neben dem Pfad seht ihr eine weitere Suone, diesmal in die Erde gegraben.


Aussicht über Ried. Der Aufstieg auf die Riederalp war ziemlich steil und nicht sehr gut beschildert wie wir leider feststellen mussten, denn wir verirrten uns. Glücklicherweise hatten wir immer die Seilbahn in Sicht und so war es trotz etwas Angstschweis nicht allzu schwierig die richtige Richtung beizubehalten.

Das Naturschutzzentrum Villa Cassel auf der Riederfurka, gut 30 min oberhalb der Riederalp. In dieser tollen 'Alphütte' kann man auch übernachten. Wir fanden leider keinen Platz mehr in der prächtigen Villa und übernachteten in dem 'Hotel Mountain Resort' rechts neben dem Bild, was auch sehr gemütlich war.

Donnerstag, 19. September 2013

Was sagt dir Neo-Minimalismus?

Was ist Neo-Minimalisumus? Vor kurzem hätte ich auf die Frage mit 'Bahnhof' geantwortet. Bis eine Freundin mir dieses Video schickte und meinte ich solle mir das mal anschauen.

Neo-Minimalisten leben nach dem Prinzip 'Weniger ist mehr'. Sie verkaufen und verschenken bewusst alles was sie nicht wirklich brauchen, entrümpeln ihr Leben, schaffen Platz für ihre Gedanken und befreien sich von dem unnötigen Plunder der sich über die Jahre unweigerlich ansammelt.
Es gibt ganz krasse Beispiele von Leuten die wirklich kaum noch was besitzen, ihr Hab und Gut hat ständig in einem Rucksack Platz. Moderne Nomaden vielleicht?

Hier zwei kurze Videos dazu:







Ich bin kein Mensch der viele Dinge besitzt oder auch besitzen muss.Ich bin einfach nicht der Typ der unnötig viele Dinge kauft, und oft tut es das Alte auch noch. So ist es mit meinem Labtop, mit meinem Fahrrad, mit meinen Schuhen und so weiter. Wenn ich dann mal beschliesse etwas zu kaufen tue ich mich schwer, kann stundenlang über zwei Paar Schuhen brüten bis ich mich endlich für ein Paar entscheiden kann. Oftmals dauert so eine Entscheidung mehrere Tage, klingt albern ich weiss und ich habe auch oft schon Leute, inklusive mich, damit zur Weissglut gebracht.
Aber weshalb, frage ich mich, kaufe ich etwas, was ich nicht wirklich möchte oder brauche. Weshalb soll ich auf gute Qualität verzichten nur um mehr von etwas zu haben?

Konsum. Der Konsum ist meiner Meinung eine der grössten Krankheiten oder Irrtümer unserer Gesellschaft. Überall werden wir zum Konsumieren angestachelt. Was uns die Medien und unser Umfeld vermittelt ist, dass wir konsumieren müssen, weil alles was es zu kaufen gibt so wunderbar praktisch, nützlich ist und wir es unbedingt haben müssen. Wir werden mit dem identifiziert was wir zur Schau stellen.
Wir müssen unser Leben konsumieren. Alles haben, alles machen und überall hinfahren. Wir konsumieren Ferien, Freizeit, Familie, Arbeit.

Über dieses unbedingt haben müssen, vergessen die Leute ganz oft was ohnehin da ist. Anstatt zum Beispiel sämtliche Bücher neu zu kaufen, können wir in die Bibliothek gehen und allwöchentlich das Gefühl geniessen zwischen Büchern herumzuwandern, zu schmöckern, interessante einzupacken weniger interessante stehen zu lassen und das alles ohne schlechtes Gewissen gegenüber unserem Geldbeutel oder Bücherregal, glücklicherweise können wir sie auch wieder zurück bringen.
Das ewige Neu-Gestalten und Nie-Zufrieden-Sein saugt unglaublich viel Energie, Zeit und Lebensfreude. In der Schweiz gibt es ein tolles Kinderlied "de Hans im Schnäggeloch" zu Deutsch der Vers "der Hans im Schneckenloch". Passend für all die traurigen Gestalten.


Ich könnte noch stundenlange Ausführungen über dieses Thema machen, denn es macht mich traurig all diese Leute zu beobachten. Wie sie in ihrem Konsumrausch den Blick fürs Wesentliche verlieren, wie sie ganz wunderbare Dinge nicht mehr wahrnehmen, unsere Umwelt nicht mehr verstehen, einander nicht mehr sehen und so viele Dinge vergessen ihren Kindern beizubringen.

Trotzdem möchte ich kein Neo-Minimalist sein. Ich mag meine Wohnung und die Kreativität mit der ich sie beleben kann. Ich mag es gemütlich und ich mag es, wenn ich irgendwo zu Besuch bin, die Dinge die zu dieser Person gehören, anzuschauen.
Ich lebe zufrieden ohne den Wunsch nach dem neusten Schrei. Ich wurde so erzogen und es taugt mir eigentlich ganz gut. Ich habe gelernt mir Prioritäten zu setzen, nicht alles zu besitzen, nein zu sagen obwohl es nicht immer leicht ist. Ich habe gelernt, dass Nein ist nur im Moment schwer zu ertragen ist, einige Augenblicke später hat man es bereits wieder vergessen.
Ich denke jeder muss für sich ausprobieren mit viel 'Material' er zufrieden ist. Man muss sich Zeit geben um herauszufinden wieviel man wirklich braucht, die Veränderungen bewusst zu sehen und sich dann das auch wirklich eingestehen.