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Sonntag, 27. Januar 2013

Heimatgefühl?

Es war eine Vollmondnacht, die letzte Nacht. Hexennacht, als wir uns seit langem wieder einmal trafen. Ehemalige Arbeitskollegen.

Bild aus dem Garten meiner Eltern.
Wie lange ist es her, seit ich dort mit ihnen jeden Tag gearbeitet, gelacht und gefeiert habe? Eineinhalb Jahre. Vor eineinhalb Jahren habe ich meinen Job gekündigt und bin bei meiner Grossmutter ausgezogen. Wie traurig meine Grossmutter war, wie ängstlich und doch voller Zuversicht ich in die Zukunft schaute und alles was ich in den zwei Jahren liebgewonnen hatte wieder verliess.
Eine Reisende, unterwegs. Zwei Jahre waren vorbei. Zeit weiter zu ziehen.
Doch gestern war ich wieder da. In unserer ehemaligen Stammkneipe habe wir Met getrunken, sind durch die Strassen gezogen und an einer Faschingsparty gelandet. Die Strassen, die Gebäude, die Erinnerungen, die Gespräche, das Lachen, alles so vertraut und doch war ich fremd. Es war ein tolles Leben, doch es ist vorbei und ich bin glücklich. Einen hervorragenden Abend verlebten wir alten Hasen, es war als ob uns keine eineinhalb Jahre getrennt hätten. Aber auch sie ziehen weiter, verlassen den damaligen Arbeitsort, ihren Wohnort und sogar die Schweiz.
Wir verabschiedeten uns. Noch einmal drücken, winken und dann fuhren wir in getrennte Richtungen. Wer weiss wann wir uns das nächste mal sehen?

Mein Weg führte am Haus meiner Grossmutter vorbei, dass da, ganz still lag, der volle Mond beleuchtete den Garten, die weissen Wände und ich erinnerte mich, wie oft ich mitten in der Nacht dieses Haus betrat. Die vertrauten Räume auch in absoluter Dunkelheit fand und mich schlafen legte.
Es ist vorbei. Ich fühle mich dort nicht mehr zu Hause. Mein Herz wohnte einmal an diesem Ort, als ob ich es einem Geliebten geschenkt hätte. Jetzt bin ich hier zu Hause und es ist gut so.

Nicht anders als Tropfen sind wir, schwimmen in einem Fluss mit tausenden anderen Tropfen. Teilen uns den Weg mit immer anderen, wir versickern, tauchen wieder auf, wir lassen uns mitreissen oder liegen in einem ruhigen Bergsee um auszuruhen. Doch was, frage ich mich, treffen wir an, wenn wir ins Meer gelangen?

Montag, 7. Januar 2013

Movie to see: The Boat That Rocked


Die Geschichte: Carl, 18, wird von seiner Mutter, wegen schlechtem Benehmen zu seinem Patenonkel geschickt. Ein alles andere als gewöhnlicher Patenonkel, denn Quentin ist der Chef von Radio Rock. Der Piratensender hat seine Station auf einem Schiff in der Nordsee und sendet von dort aus rund um die Uhr.
Weil der Regierung, der zu Beginn noch legale Sender, ein Dorn im Auge ist ändern sie die Gesetze so, dass das Betreiben eines Piratensenders illegal wird.
Doch während des ganzen Kampfs der Regierung, geniesst Carl und die Besatzung des Bootes das Leben und die Musik aufs Volle. Liebe,Heirat, Sex, Freundschaft, Scheidung, Rivalitäten, gute Klänge, viel Spass und die Suche nach Carls Vater machen das Leben auf Boot interessant.
Nachdem die Regierung das "Schifffahrt-Schutzgesetz" veranlasste, beschliesst die Crew von ausserhalb der Dreimeilen-Zone zu senden, doch auf dem Weg dorthin explodiert der uralte Schiffsmotor.

Eine Liebesgeschichte an den Rock n' Roll.





Als Vorlage für den Film war der Piratensender Radio Caroline, der von 1964 bis 1990, mit einigen Unterbrüchen, von der See aus sendete. Radio Caroline machte Bands wie The Who oder Status Quo bekannt. Heute verfügt der ehemalige Piratensender über die offizielle Sendelizens und ist über Satellit und Webradio zu hören.

Freitag, 7. Dezember 2012

More Than Honey

Bienen. Honigbienen. Fleissig, irgendwie süss mit ihren haarigen kleinen Körpern, zielorientiert und loyal ihrer Familie gegenüber.
Wenn ich überlegen muss, was mein Lieblingstier ist, fallen mir tausende ein, wenn ich dann aber genauer überlege, sind da vielleicht zwei, drei und eins davon ist die Biene.
Als Kind bin ich stundenlang an unserem Teich gesessen und habe geduldig die kleinen Insekten rausgefischt, an die Sonne gelegt, versucht sie mit der Wärme der Sonne oder meiner Hände zu reanimieren, bei einigen ganz hoffnunglosen Fällen habe ich mich sogar an der Herzmassage versucht. Heute weiss ich, dass die Bienen, die auf Honigsuche gehen, die Senioren-Bienen sind und sie wahrscheinlich trotz meiner aufwändigen Pflege, nicht mehr lange überlebt haben.

Es ist Winter, die Tage sind eher langweilig und da ich im Moment Zeit zum lesen habe, beschäftige ich mich diesem unglaublich, sympatischen Insekt. Und was ich lese, erstaunt mich immer wieder zutiefst. Da ich aber hier keinen Vortrag über Honigbienen halten möchte, oder darüber wie traurig sie im Moment sterben, wie sie behandelt werden, gefürchtet, ausgenutzt oder geliebt. All dies kommt ganz wunderbar in diesem Film zu Tage und ich möchte ihn euch unbedingt ans Herzen legen.