Ein Weiser sagte einst: Du musst nichts ausser sterben. Irgendwie fand ich diesen Spruch bisher ziemlich anarchistisch. Ein Spruch der von Jugendlichen benutzt wird, wenn sie sich ihren Eltern widersetzen wollen. Als Jugendliche habe ich den Spruch auch manchmal verwendet, aber ohne den Inhalt zu begreiffen. Es ging eher um Arbeit, die ich nicht machen wollte. Ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass ich es nicht machen muss, sondern dass ich jemandem eine Freude mache, wenn ich ihm helfe. Weiter als an mich, habe ich damals nicht gedacht.
Die andere Botschaft dieses Spruches ist, dass müssen ein negatives Verb ist. Wenn ich mich motivieren will um zu lernen und ich mir sage: Ich muss heute lernen. Empfinde ich das überhaupt nicht als Motivation. Wenn ich mir aber sage, ich will die Prüfung bestehen, also will ich lernen. Dann ist das viel motivierender.
Genauso ist es mit anderen Dingen, wenn ich denke: Ich muss einkaufen, ich muss Sport machen, ich muss zur Schule gehen, dann empfinde ich es als Zwang und es schwingt immer ein bisschen Selbstmitleid mit. Ausserdem bin ich bei müssen, nicht gewillt weiter zu denken. Wenn ich etwas muss, hat es dann positive oder negative Folgen? Ich will gar nicht daran denken.
Wenn ich meine Denke aber umformuliere und das muss streiche tönt es doch viel besser: Ich gehe einkaufen, ich mache Sport, ich gehe zur Schule und alles mache ich, weil ich es machen will. Weil es mir etwas bringt. Weil ich weiterkommen will. Weil ich jemandem eine Freude machen möchte. Ohne den befehlenden, unmotivierenden Unterton von müssen.
Was sind also die Folgen wenn ich etwas nicht mache, weil ich es nicht tun muss? Soll ich es dann einfach lassen? Oder wird mir dann klar, dass ich es eigentlich tun will?
Muss ich den Berg hoch? Werde ich den Weg auf mich nehmen? Ich will den Berg hoch! Denn was oben auf mich wartet ist einfach toll.
Diese Bilder sind übrigens im Sequoia National Park in den USA entstanden :)